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Victoria und Albert

Ihre Ehe galt als glücklich - eine Liebesheirat, die an europäischen Fürstenhöfen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eher selten vorkam. Die britische Königin Victoria und ihr Prinzgemahl Albert, der gleichzeitig ihr Cousin ersten Grades war, heirateten am 10. Februar 1840.

Die Verbindung von Victoria und Albert war zwar eine „arrangierte Kuppelei“, die ihr gemeinsamer Onkel, König Leopold I. von Belgien, eingefädelt hatte, aber der gewünschte Erfolg stellte sich nach einigen „Anlaufschwierigkeiten“ ein. Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der zweite Sohn von Herzog Ernst I., wurde im August 1819 auf Schloss Rosenau bei Coburg geboren. Bei seinem zweiten Londonbesuch im Oktober 1839 kann er die temperamentvolle, lebenslustige und in Männerfragen eher wählerische Victoria von sich überzeugen. Später schreibt sie in ihr Tagebuch, dass Albert „beautiful“ sei. Kurz darauf macht Victoria ihrem drei Monate jüngeren Cousin einen Heiratsantrag, den er gerne annimmt. Mit dieser Verbindung entwickelte sich Prinz Albert zu einem der bedeutendsten Männer des 19. Jahrhunderts. Wie kaum ein anderer stand er für den deutsch-britischen Kulturaustausch und eine nach Frieden strebende Politik.

Albert war hoch gebildet, stets wissensdurstig, sportlich und wie man heute wohl sagen würde – ein „gut aussehender Typ“: Groß, schlank und ein bisschen schüchtern. In seiner neuen Position als Prinzgemahl musste sich der Coburger Prinz erst zu Recht finden. Zu Beginn seiner Ehe spielte er kaum eine Rolle bei den politischen Entscheidungen im Vereinigten Königreich. Doch im Laufe der Jahre avancierte er zum wichtigsten Berater und Sekretär der Königin. Auch wenn viele Untertanen und Politiker in Großbritannien einen Prinzen aus einem kleinen, unbedeutendem Herzogtum in Deutschland, einer Königin für unwürdig hielten, arbeitete er stetig an seinem Aufstieg. Der spätere Premierminister der viktorianischen Ära, Benjamin Disraeli, beschreibt Alberts Charakter mit folgenden Worten: „Dieser deutsche Prinz, hat England 21 Jahre lang mit einer Weisheit und einer Energie regiert, die keiner unserer Könige je an den Tag gelegt hat“.

Albert studierte britisches Staatsrecht und begann 1849 mit der Planung der ersten Weltausstellung in London, die zwei Jahre später stattfand und für die er sich als Spendeneintreiber, Programmgestalter und Co-Architekt in einer Person einsetzte. Seine Leidenschaften waren Kunst, Architektur, Gartenbau und die Musik. Alles Themen, die er privat auch mit Victoria teilen konnte. Beim gemeinsamen Musizieren, Zeichnen und im ständigen Austausch über Kunst waren sie sich besonders nahe.

Das Paar hatte neun Kinder. Bei allen Geburten war Prinz Albert anwesend. Während Victoria nur wenig mit Kleinkindern anfangen konnte, soll Albert ein geradezu kindernärrischer Vater gewesen sein. Queen Victoria bestimmte, dass alle Nachkommen (40 Enkel und 88 Urenkel) ihren Namen oder den Alberts tragen sollten. Auch sie verstand es, ihre Kinder und Kindeskinder vorteilhaft zu verheiraten. Ihren Familiennamen führten vier Königshäuser und führen ihn zum Teil heute noch: Belgien, Portugal, Großbritannien und Bulgarien. Die Verwandtschaftsgrade zum europäischen Hochadel erscheinen schier grenzenlos.

Nachkommen von Victoria und Albert leben bis heute in Coburg. Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha, das heutige Familienoberhaupt in der Vestestadt, ist ein Enkel des letzten Regenten. Schloss Callenberg, im nordwestlichen Coburger Land gelegen, ist noch heute im Privatbesitz der Familie von Sachsen-Coburg und Gotha. Der dort ausgestellte private Kunstbesitz dokumentiert eindrucksvoll den rasanten Aufstieg der Herzogsfamilie zur einer Adelsdynastie von globaler Dimension.

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